08.10.2012

von B° - NCK

Hochschulstandort Neumarkt

Der Stadtrat hat ein deutliches Bekenntnis abgelegt, Neumarkt zum Hochschulstandort weiterentwickeln zu wollen.

Oberbürgermeister Thomas Thumann, Prof. Dr. Michael Braun (v.li.).

Die Stadträte beschlossen in der Sitzung vom 04.10.2012 damit auch, dass ab dem Wintersemester 2013 eine von der Stadt zu finanzierende Interimslösung angeboten werden soll und dass darüber hinaus die Stadt ein Gebäude mit wenigstens 2.000 Quadratmetern Nutzfläche einschließlich der Übernahme des Gebäudeunterhalts bereithalten will.

Nunmehr ist die Verwaltung beauftragt, potentielle Standorte einer Außenstelle der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in einer Bewertungsmatrix zusammenzustellen und sie dem Stadtrat wieder zur Entscheidung vorzulegen. Vorangegangen war dem Beschluss des Stadtrates eine Einführung von Oberbürgermeister Thomas Thumann, der die Geschichte der Bemühungen um eine Außenstelle der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg noch einmal Revue passieren ließ.

Dabei erinnerte er daran, dass mit der Einrichtung der Außenstelle der privaten Fachhochschule Erding im Schauturm des LGS-Parks ein erster Schritt unternommen worden war. Danach folgten die Einrichtung der Gesundheitsökonomie am Klinikum, eine Kooperation zwischen Landkreis und Ohm-Hochschule sowie die Gründung des Umweltinstituts, die aus der Kooperation zwischen Stadt und Ohm-Hochschule entstanden ist. Auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen Ohm-Hochschule, Landkreis Neumarkt und Stadt Neumarkt sei unterzeichnet worden mit dem Ziel den Campus Neumarkt voranzutreiben. Unzählige Gespräche, Treffen und Abstimmungen seien laut Oberbürgermeister Thumann in den vergangenen Monaten vorgenommen worden.

Nicht zuletzt habe man auch Kontakt zum Wissenschaftsministerium aufgenommen. Dabei sei es ein großes Verdienst des Präsidenten der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg Prof. Dr. Michael Braun, der entscheidende Gespräche dazu mit dem Ministerium und dem Minister geführt habe. Dadurch sei laut Oberbürgermeister Thumann das einstmals zarte Pflänzchen einer Möglichkeit für die Errichtung einer Außenstelle der Ohm Hochschule in Neumarkt gewachsen. Ziel ist zunächst einmal die Einrichtung eines Studienganges "Nachhaltige Betriebswirtschaftslehre", wie Prof. Braun in seinen Ausführungen im Stadtrat darstellte. Er erläuterte auch die positiven Auswirkungen für den Standort, die eine solche Außenstelle einer Hochschule mit sich bringen könnten.

Dabei solle Neumarkt keine "Miniaturhochschule" werden, sondern eine Außenstelle, die im engen Kontakt mit der Ohm Hochschule in Nürnberg stehe. Es solle in Neumarkt darauf gesetzt werden, eine besondere Studienmöglichkeit anzubieten, die es Andernorts so nicht gebe. Erfreulich sei es aus Sicht von Prof. Braun und auch von Oberbürgermeister Thumann, dass sich die Wirtschaft in Neumarkt bereits im Vorfeld sehr angetan von der Möglichkeit einer Außenstelle in Neumarkt gezeigt habe und dazu auch finanzielle Unterstützung zugesagt habe.

Laut Prof. Braun seien derzeit 50 Kommunen in Bayern mit einem Antrag beim Ministerium vorstellig, eine Außenstelle einer Hochschule zu erhalten. Neumarkt sei, und dies sei die aktuell neue Nachricht, darunter die Kommune mit den besten Aussichten auf einen Zuschlag durch das Ministerium. Hier habe der Besuch von Ministerialdirektor Dr. Zeitler vor wenigen Wochen in Neumarkt dazu beigetragen, dass auch im Bereich des Ministeriums die Vorzüge Neumarkts im Zusammenwirken mit der Ohm Hochschule positiv gesehen werden. Zuletzt habe ihm der Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch im persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass er das Vorhaben in Neumarkt positiv vorwärtsbringen will, verkündete Prof. Braun den Stadträten.

Oberbürgermeister Thumann sieht darin eine einmalige Chance für Neumarkt: "So nah waren wir einer Hochschulansiedlung noch nie", stellte Oberbürgermeister Thumann fest. "Wenn wir diese Möglichkeit nicht ergreifen und dazu auch Geld in die Hand nehmen, können wir dieses Ziel unserer Stadtpolitik ad acta legen."

In dem Zusammenhang nahm er auch Stellung zu den Kosten einer solchen Außenstelle in Neumarkt. Es sei ein entscheidendes Kriterium, dass die Stadt mit oder ohne Landkreisbeteiligung die Investition für ein Gebäude übernehmen müsse. Konkrete Kostenangaben dazu seien allerdings erst möglich, wenn die potenziellen Standorte wie Erwin-Lesch-Schule, das Areal an der Mühlstraße oder Flächen neben der Mittelschule West geprüft und der jeweilige Investitionsbedarf ermittelt sei. Aber selbst wenn man von einem möglichen Volumen von sieben Millionen Euro für eine Neuinvestition ausgehen würde, sei dies eine sinnvolle Ausgabe.

"Besser kann man Geld nicht in die Hand nehmen", so Oberbürgermeister Thumann. "Schließlich fließt diese Investition vielfältig zurück." Prof. Braun bestätigte Oberbürgermeister Thumann in dieser Argumentation und verwies auf Untersuchungen, wonach im Hinblick auf die Investition in Hochschuleinrichtungen der Faktor "zehn" eine Rolle spiele. Es käme das 10-fache zurück, was der Steuerzahler vorher an Kosten für das Studium eingesetzt hat. Die Stadträte zeigten sich sehr angetan von der Möglichkeit, Neumarkt nun doch zu einem Hochschulstandort werden zu lassen. Auch die Möglichkeit einer Kooperation zwischen der Außenstelle der Privaten Fachhochschule Erding im Neumarkter LGS-Park mit der Ohm-Hochschule sei durchaus denkbar, so Oberbürgermeister Thumann und Prof. Braun einhellig. Auch dazu habe es bereits Gespräche zwischen Oberbürgermeister Thumann und dem Präsidenten der privaten FH-Erding Dr. Dr. Christian Werner gegeben.  

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